| 26.April 2007 |
Der Schulrat hat die Eltern per Brief und die interessierte Bevölkerung über den Anzeiger informiert, dass am 26. April in der Turnhalle Magdenau eine Information zur „Beschulung der Magdenauer Schüler“ stattfinde.
Die Information wird vom Schulpräsidenten Sigi Zweifel geleitet, der Gemeindepräsident Reto Gnägi und der Schulleiter Christoph Ackermann sind ebenfalls an der Information beteiligt.
Die Bevölkerung ist mit ca 120 Bürgerinnen und Bürgern vertreten. Auch der Schulrat hat in den hintersten Reihen Platz genommen.
„Wir wollen es besser machen, als der Schulrat von Nassen“, eröffnete der Schulpräsident den Anlass verheissungsvoll.
Von der Behörde wurden Schülerzahlen, kantonale Richtlinien und Kosten aufgezeigt. Auch die neue Schulform mit Blockzeiten und Frühenglisch wurden erwähnt. Dies wurde in 6 Varianten durchgearbeitet und alle kamen zu demselben Schluss – Schliessung der Schule Magdenau.
Martin Federer als Sprecher eines 8-köpfigen ad-hoc-Komitees (hauptsächlich aus direktbetroffenen Eltern bestehend) hatte Gelegenheit, Ihre Anliegen aufzuzeigen. Die Top-Präsentation kam zum Schluss, dass die Schulschliessung nicht zwingend sei. Die Argumente wurden mit grossem Applaus bekräftigt. Es wurden verschiedentlich Fragen und Voten von der Bevölkerung eingebracht.
Man werde sich der Argumente in der bevorstehenden Klausur des Schulrates nochmals annehmen, bemerkte der Schulpräsident
Sehr besorgt verliessen Bürger des westlichen Gemeindeteils die sonst so vertrauten Räume des Schulhauses Magdenau.
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Siehe auch PDF |
| Anfangs Mai |
Was können wir tun, um auf die missliche Situation und das Vorhaben der Behörde aufmerksam zu machen ?
Das ad hoc Komitee kam zusammen und diskutierte möglich Aktionen und beschloss, eine Petition aufzusetzen und Unterschriften für den Erhalt der Schule zu sammeln.
Ebenfalls sollte beim Erziehungsdepartement nachgefragt werden, was denn die Aussage „ Der Betrieb der Mehrklassenschule Magdenau sei grundsätzlich zu prüfen“ zu bedeuten habe.
Zusätzlich sollte die breite Bevölkerung der Region informiert werden, was der Schulrat im Sinne hatte und was diese Mehrklassenschule, die bis anhin gerne als Vorzeigeschule präsentiert wurde, für unsere ländliche Region zu bedeuten hatte..
Das ad hoc Komitee teilte die Aufgaben auf die besorgten Mitglieder auf und traf Vorbereitungen. Mit dem Redaktor der regionalen Presse wurde ein Termin vereinbart und unsere Anliegen wurden präsentiert. Er erachtete die Angelegenheit als politisch und wollte noch bei der Gemeinde vorstellig werden. Prompt liess er im Bericht den Gemeindepräsident zu Wort kommen.
Zu geringe Schülerzahlen, die Aufforderung des Kantons und die riesigen Kosten dieser Schule hätten die Situation herbeigeführt wurde in grossen Lettern verkündet.
Die Argumente von uns Betroffenen wurden nach hinten geschoben und konnten die Meinung aus dem Munde des Gemeindepräsidenten kaum mehr aufwiegen.
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| Ende Mai |
Ein Zeitungsartikel „ Schule auf der Abschussliste „ macht auf die Problematik aufmerksam. |
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| 2. Juni |
Eine Petition mit über 400 Unterschriften zu Handen des Schulrates Degersheim wird in die Gemeindekanzlei überbracht. Sie will den Schulrat dazu bewegen, die Qualitäten und den Wert der Schule zu erkennen und sich für deren Erhalt einzusetzen. |
siehe Petition |
| 4. Juni |
Der Schulpräsident beruft eine ausserordentliche Sitzung ein. An dieser Sitzung wird der Beschluss gefasst, die Mehrklassenschule Magdenau zu schliessen. Der Entscheid wird aber vorerst geheim gehalten. |
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| 6. Juni |
Ein Leserbrief der Familie Cadurisch weist auf den Wert der Wert der Mehrklassenschule hin und die Bedeutung der Bildung für unsere Kinder. Die Finanzen sollten in diesem Bereich im Hinblick auf Neuzuzüger nicht die prioritäre Rolle spielen. |
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| 8. Juni |
Im Anzeiger wird die Schule von unserer Behörde als grosse Gemeindeaufgabe dargestellt, mit einem KMU-Betrieb verglichen, die effiziente Ratsarbeit gepriesen und die kantonalen Vorgaben zur Schulorganisation als eine grosse Herausforderung aufgeführt. |
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| 8. Juni |
In der Wiler Zeitung erscheint ein Artikel zur „schule auf der Abschussliste, verfasst von den Bürgern Otmar Eisenring, Jürg Zellweger und Markus Stäheli. Es wird die Kostenseite beleuchtet und die langfristigen Auswirkungen. Der Artikel lässt zum Schluss kommen, dass der Schulbetrieb Magdenau von der Behörde als kurzfristiges Sparpotential
Erkannt wurde, die längerfristigen Auswirkungen und der Verlust des ländlichen westlichen Gemeindeteils werden ignoriert.
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| 9. Juni |
In der Wilerzeitung wird unter Region Flawil/ Degersheim ein Bericht vom Regional-Redaktor Bernhard Marks publiziert. Er beschreibt, dass eine Petition eingereicht wurde, welche vom Grossteil der Bevölkerung in ländlichen westlichen Gemeindeteil unterstützt wird. Diese hofft, dass der Wille zum Erhalt der Mehrklassenschule von den Behörden respektiert wird. |
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| 13. Juni |
Mit einem weiteren Leserbrief melden sich besorgte Familien von den Aussenhöfen des Schulkreises. Der jetzige Schulweg, den die Kinder noch selber meistern können, stärkt die Entwicklung und ist zweckmässig. Der tägliche Abtransport wird neue Probleme aufwerfen. Warum wird der Volkswille nicht beachtet ? |
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| 15. Juni |
Die Mehrklassenschule als Alternative zur Einklassen-Schule ist eine Bereicherung für unsere Gemeinde. Es gibt Familien, die gerade solche Schulformen suchen. Wenn Familien in die Gemeinde angelockt werden sollen, dann sollte dieser Trumpf nicht leichtfertig weggeworfen werden. Dies schreibt Leo Kessler in einem Leserbrief. |
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| 19. Juni |
In der Wilerzeitung und am 22. Juni im Anzeiger lässt die Degersheimer Behörde den Bericht über die Schliessung der Mehrklassenschule Magdenau publizieren. Er wird mitgeteilt, wie sehr sich der Rat bemüht habe, aber um gesetzeskonform zu bleiben, habe es nur diese Lösung gegeben. |
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| 21. Juni |
Die Eltern der Magdenauer Schüler haben den Entscheid in einem Brief zugestellt bekommen. Darin wird auch erwähnt, dass der Rat am 25. Juni sich mit den Eltern treffen wolle um das weitere Vorgehen sowie den Transport zu besprechen, Das Ad Hoc Komitee hat dies zum Anlass genommen, die Einladung auszudehnen auf die gesamte Bevolkerung des Schulkreises Magdenau. |
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| 25. Juni |
Die Information findet statt, obwohl das Risiko bestanden hatte, dass die angetretene Bevölkerung zurückgewiesen würde. Der Aufmarsch war überwältigend.
Der Entscheid sei getroffen und werde nicht zurückgenommen, erklärte der Schulpräsident zu Beginn des Anlasses.
Wiederum wurden die Schülerzahlen, die kantonalen Richtlinien und die Mehrkosten dieser Schule als Hauptkriterien für diesen für den westlichen Gemeinde-Teil katastrophalen Entscheid angeführt.
Die Anliegen der Bevölkerung waren eventuell zur Kenntnis genommen, jedoch nie in Erwägung gezogen worden. „ Was hätte diese Petition bedeuten sollen“ fragte der Schulpräsident in die Runde.
Die Fragen zur Entscheidungsfindung wurden nicht immer überzeugend beantwortet. Wie sich herausstellte, war auch das Sparpotential nicht genau ermittelt worden. Viele Bürger äusserten sich empört über diesen kurzfristig gefällten Entscheid. Die Angelegenheit dieser Schulschliessung ist politisch und hätte nicht vom Schulrat gefällt werden dürfen, sondern wie im Schulreglement vorgesehen, hätte dafür eine Sonderkommision gebildet werden müssen. Danach hätte die Ganze Gemeinde darüber entscheiden sollen. Aber es wurde mehrmals betont, der Entscheid sei gefallen, es gebe kein zurück.
Die Argumentationen wurden immer unsicherer.
Bis auf wenige Eltern, welche darauf bedacht waren, das Beste aus der Situation für ihr Kind zu machen, verliess der Grossteil der ca 150 Bürger aus Enttäuschung gegen 2300 Uhr die Turnhalle.
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| 2. Juli |
Einige Eltern reichten termingerecht einen schriftlichen Rekurs bei der Gemeindebehörde eine Beschwerde beim Kanton (ED) ein. |
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| 12. Juli |
Das ED sendet den Beschwerde-Einreicher ein Bestätigungsschreiben |
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| 13. August |
Das ED fällt den Entscheid, dass die Beschwerde in allen Punkten abgelehnt wird.
Dies war zu erwarten, denn wenn der Kanton den Beschluss zur Schliessung der Schule bereits als lobenswert abgesegnet hat ( Aussage des Schulpräsidenten), wird er dem Schulrat nicht in den Rücken fallen. Es wird kein Rechtsweg angeführt
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| 16. August |
Der Gemeinderat weist den Rekurs der besorgten Mitbürger zurück. Der Schulhaus-Standort stelle keine rekursfähige Verfügung dar. Er nimmt auch Stellung zur Petition und zum Baurechtsvertrag mit dem Kloster . Schlussendlich werden die gesetzlichen Voraussetzungen angeführt, die in diesem Falle offenbar nicht mehr gegeben waren. Er stützt sich auf übergeordnete Recht des Kantons.
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siehe Protokoll Gemeinderat |
| Ende August |
Die behördlichen Stellungnahmen könnten nun mit einer Beschwerde an die Kantonsregierung weitergezogen werden. Allerdings hätte diese Massnahme keine aufschiebende Wirkung. Eventuell ergäbe sich daraus eine Möglichkeit, bis zum Bundesgericht vorzustossen.
Die beschwerdeführenden Bürger sehen von weitern Massnahmen ab und versuchen, das beste aus dieser misslichen Situation zu machen und konstruktiv an den neuen Lösungen mitzuarbeiten.
Der Verlust mit der Schulschliessung ist für den westlichen Gemeindeteil beträchtlich. Dass hauptsächlich kantonale Vorgaben der Grund für diesen Entscheid sein sollen, ist kaum zu fassen.
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| 21. August |
Im Kantonsrat wird das Thema Schulschliessungen im ländlichen Raum auf Antrag von Kantonsrat Donat Ledergerber behandelt.
Es wird von der Kantonsregierung so geantwortet, dass im Fall Magdenau die Schülerzahlen nicht so gelagert seien, dass der Kanton der Gemeinde Druck auf eine Schliessung gemacht hätte. Es liege aber im Ermessen des Schulrates, Schulhäuser zu schliessen. Somit sei der Entscheid rechtmässig
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siehe PDF Einfluss kantonaler Stellen |
| September |
Die Aeusserungen der Behörden sind so, dass die Gemeinde den Kanton vorschiebt und dieser wiederum den Schulrat für diesen Entscheid verantwortlich macht.
Folgerung:
Der Schulrat hat hauptsächlich den finanziellen und praktischen Aspekt für Entscheid zur Schulschliessung in Magdenau in Erwägung gezogen.
Die Angelegenheit ist also als gemeindeintern anzusehen.
Wie wird damit in Zukunft umgegangen ? |
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| Okt/Nov |
Von besorgten Dorfbewohnern und Eltern werden weitere Abklärungen getätigt. Ist der Entscheid rechtlich haltbar? Was haben denn die Schulordnung und die Abmachungen von 1973 ( Zusammenschluss mit Schulgemeinde Degersheim) für eine Bedeutung. Besprechungen mit sach- und ortskundigen Personen ergeben, dass trotz aller Reglementierungen der Schulrat letztendlich das entscheidende Gremium ist. Haben diese in der sehr kurzen Entscheidungsphase all unsere Argumente berücksichtigt und bewertet ? Mit einem Wiedererwägungs-Antrag könnte der Schulrat auf den Entscheid zurückkommen und die Situation überdenken. Derweil bemüht sich der Schulrat, mit den Eltern der umliegenden Höfe den Transport zu planen. Es geht also um die Umsetzung. Details werden keine publiziert. |
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| Dezember |
Leo Kessler, ein Verfechter der Mehrklassenschule Magdenau, engagiert sich für die Einreichung einer Wiedererwägung, informiert verschiedene Dorfbewohner, auch Vereinsmitglieder und Eltern und sammelt Unterschriften. |
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| Januar 08 |
Am 8. Januar, also noch vor der ersten SR-Sitzung, wird das Wiedererwägungs-Gesuch an den Schulrat eingeschrieben eingereicht. |
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| Februar |
Der Gemeindepräsident , der Schlratspräsident und der für die Schule Magdenau zuständige Schulrat treffen sich mit einer kleinen Delegation für die Besprechung des Wiedererwägungsgesuches am Freitagabend 8.Februar im Gemeinderatszimmer in Degersheim.. Es werden die bereits bekannten Entscheidungskriterien ( gesetzliche kantonale Vorgaben, Unterbestand Schüler Magdenau etc. angeführt) Eine Abkehr von Entscheid komme aus organisatorischen Gründen nicht mehr in Frage. Der Schulrat werde über dieses Treffen und das Wiedererwägungsgesuch informiert an der Sitzung vom 12.Februar. Aufgrund der Aeusserungen kann nicht davon ausgegangen werden, dass dieAngelegenheit noch ernsthaft behandelt wird. |
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| 15. Februar |
Leo Kessler erhält Bescheid, dass der Schulrat das Gesuch abgelehnt habe. |
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| März |
Es wird mit den Schülern eine erste Testfahrt nach Degersheim durchgeführt. Im Schulbus haben 2 Kinder keinen Platz. Ansonsten gibt es keine Vorfälle. |
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| 14. April |
Bürgerversammlung Degersheim. An der schwachbesuchten Bürgerversammlung kommt die Schulschliessung ausgedehnt zur Sprache. Einen transparenten Bericht über diese Versammlung wurde in der Wilerzeitung und in der Appenzellerzeitung ( siehe beiliegendes PDF) publiziert. Im gemeindeeigenen Anzeiger wird das Engagement der betroffenen Bürger als letzte hochkommende Emotionen beurteilt. Hoffentlich haben die Behörden die deutlichen Voten für Bürgernähe und Sparwille nicht überhört und die Nachhaltigkeit nicht unterschätzt.. |
zeitungsbericht |